13.07.2020  -  Zum 30-jährigen Bestehen schenken langjährige Weggefährten wie Ingolf Turban, Christoph Adt, Wen-SinnYang und Henri Bonamy dem Konzertverein Isartal ein Jubiläumsständchen - trotz ungewisser Lage wegen Corona.

 
Druckfrisch liegt der Flyer mit dem Jubiläumsprogramm aus. Die Erleichterung darüber ist Hans Horsmann ins Gesicht geschrieben. "Trotz der Unsicherheiten mit Corona wollten wir das 30-jährige Bestehen nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen", sagte der Vorsitzende des Konzertvereins Isartal kürzlich optimistisch bei einem Pressegespräch. Da müsse doch etwas Außerordentliches stattfinden - weswegen sie sich mit besonderem Elan und ohne Zugeständnisse an die Pandemie in die Vorbereitung gestürzt hätten. "Lieber rudern wir notfalls einen Schritt zurück, als dass wir völlig unvorbereitet dastehen und überlegen, was wir veranstalten." Der Konzertverein und mit ihm das von Laienmusikern aus Freude am gemeinsamen Musizieren gegründete Philharmonische Orchester Isartal werden 2021 30 Jahre alt.
 
Im Mittelpunkt des Jubiläums steht ein großes Festkonzert, das diejenigen musikalischen Weggefährten, die über die Jahre in inniger Verbindung zu Wolfratshausen geblieben sind, noch einmal gemeinsam auf der Bühne versammelt: Geiger und Schirmherr Ingolf Turban, Cellist Wen-Sinn Yang, den früheren langjährigen Dirigenten Christoph Adt sowie den jetzigen künstlerischen Leiter Henri Bonamy, der zugleich auch als hervorragender Pianist gilt. Mit so einer Besetzung habe nichts näher gelegen, als Beethovens revolutionäres "Tripelkonzert" zu spielen, bei dem der Komponist sich selbst am Klavier und zeitgenössische berühmte Solisten im Sinn gehabt habe, so Horsmann.
 
Der zweite Höhepunkt des Jubiläumsjahrs ist ein gemeinsames Konzert von Philharmonischem Orchesters und Chor, das dem Publikum Beethovens C-Dur-Messe zu Gehör bringt.
 
Ergänzt wird das Programm der Abo-Reihe "Klassik pur! im Isartal" mit einem Kammermusikkonzert des koreanischen Esmé-Streichquartetts, einem dem herausragenden jungen Solocellisten des Bayerischen Staatsorchesters Jakob Spahn gewidmeten Abend, der gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Isartal die große Romantik von Edward Elgars Cellokonzert mit "jungen Wilden" wie dem Musikwissenschaftler und Münchner Musikhochschulpräsidenten Bernd Redmann zusammenkoppelt. Bei "Bonamy und Freunde" erwartet das Publikum eine Hommage an die Kammermusik von Johannes Brahms mit Orchesterleister Henri Bonamy und Musikern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Traditionell darf auch eines der Konzerte etwas aus dem konservativ-klassischen Rahmen fallen. Das übernimmt das ungarische Blechbläser-Ensemble "In Medias Brass Budapest" mit einer einen weiten Bogen spannenden Programmgestaltung, die von frühbarocker italienischer Lautenmusik bis zu amerikanischen Erfolgskomponisten wie George Gershwin reicht. Auch für den Isartaler Konzertverein und das Orchester kehrt seit vier Monaten endlich wieder ein Stück Normalität zurück. "Das hatte schon fast ein Flair von Auferstehung", sagt Bonamy zu den ersten Proben in Kleingruppen, die erst ab dem 18. Juli wieder in großer Besetzung mit bis zu 70 Musikern stattfinden können. Freilich auch das unter strikten Corona-Hygieneregeln. So müssen die Bläser wegen der gefürchteten Aerosole in besonders weitem Abstand von drei Metern zu den Kollegen sitzen und ihr Kondensat unter strengsten Auflagen entsorgen. Zurzeit dürfen die Orchestermitglieder dank der Unterstützung der Stadt in der 500 Quadratmeter großen Wolfratshauser Loisachhalle proben. "Eigentlich hat das ganz gut funktioniert, auch wenn es komisch ist, wenn jeder für sich sitzt und der Dirigent einen halben Kilometer weit weg ist", so der Eindruck von Hans Horsmann.
  
Im Herbst soll auch das wegen der Pandemie unterbrochene Konzertprogramm wiederaufgenommen werden. Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Lackner weiß noch nicht genau, was die Corona-Regeln bis dahin vorschreiben und wie er das Abstandsproblem lösen soll. "Die Musiker wären bereit, auch zwei Mal hintereinander aufzutreten", überlegt er hin und her. "Aber selbst bei einem Doppel-Konzert kriegen wir nicht alle Abonnenten unter." Wie die Abonnenten halten, wo doch einige Konzerte abgesagt werden mussten und niemand so genau weiß, wie es weitergeht, das ist die große Sorge des Konzertvereins. "Bis jetzt gab es noch keine Kündigungen, aber auch noch keine Neubestellungen", berichtet Orchestervorsitzende Ilse Wagner. "Wir hoffen sehr, dass wir die Durststrecke überstehen."
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Konzertvorschau 2021: 27. Februar: Esmé-Quartett mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Dimitri Schostakowitsch und Felix Mendelssohn-Bartholdy; 20. März: Jakob Spahn, Violoncello, mit Werken von Berd Redmann, Edward Elgar und Joseph Haydn; 8. Mai: "Bonamy und Freunde" mit Kammermusik von Johannes Brahms; 10. Juli: Chor- und Orchesterkonzert mit Werken von Johannes Brahms und Ludwig van Beethovens Messe C-Dur; 23. Oktober: "In Medias Brass Budapest"; 4. Dezember: Jubiläumskonzert des Philharmonischen Orchesters Isartal zum 30-jährigen Bestehen des Konzertvereins Isartal mit Beethovens "Tripelkonzert". Alle Konzerte finden samstags um 19.30 Uhr in der Loisachhalle Wolfratshausen statt. Einzel-Vorverkauf ab Dezember 2020 im Bürgerbüro und bei München Ticket,