15.7.2020 | Die schwer erkrankte Chefin der Bayreuther Festspiele ist nach Angaben des Verwaltungsrats-Vorsitzenden Georg Freiherr von Waldenfels inzwischen auf dem "Weg der Besserung" und könnte nach der Sommerpause wieder die künstlerische Leitung übernehmen.
 
Gute Nachrichten vom "Grünen Hügel": Die im vergangenen April schwer erkrankte Leiterin der Richard-Wagner-Festspiele, Katharina Wagner (42) befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der neue Vorsitzende des Verwaltungsrats der Festspiele, Georg Freiherr von Waldenfels, sagte dem BR, er habe in der vergangenen Woche mit Wagner telefoniert und sei "unterdessen optimistisch", dass sie ab Herbst wieder ihr Amt übernehmen könne. Sie sei derzeit in einer Rehabilitations-Maßnahme, noch in diesem Monat würden die Ärzte mit ihr über "den nächsten Schritt" entscheiden. Das "Drängen" der Patientin sei jedoch "groß", wieder die Amtsgeschäfte zu übernehmen: "Ich denke, wir werden im Herbst wieder die Festspielleiterin Katharina Wagner sehen."
 
In diesem Sommer hätten die Festspiele wie üblich am 25. Juli beginnen sollen, doch die Saison war bereits Ende März wegen der Covid-19-Pandemie abgesagt worden. Die ursprünglich für dieses Jahr geplante Neuinszenierung des vierteiligen "Ring des Nibelungen" (Regie Valentin Schwarz) soll nun 2022 Premiere haben.
 
Die Krankheit sei für die Intendantin wie für alle Verantwortlichen der Festspiele "völlig überraschend" eingetreten und sehr ernsthaft gewesen, so von Waldenfels: "Wir haben sie alle in unser tägliches Gebet mit einbezogen, damit sie wieder stabil wird und auf die Füße kommt." Über die genaue Krankheitsursache von Wagner wurde nichts verlautbart.
 
Unterdessen sind bei den Festspielen "weit über fünfzig" Bewerbungen für die neu zu besetzende Position des Geschäftsführers eingegangen. Der Vertrag des derzeitigen Amtsinhabers, Holger von Berg, dem aus Kreisen der Festspiel-Beschäftigten teilweise ein "rüder Umgangston" vorgeworfen wurde, endet im kommenden März. Von Berg habe sich in einer "schwierigen Zeit" viel Mühe gegeben, so von Waldenfels, das sei zu würdigen. Nach seinen Angaben gibt es unter den potentiellen Nachfolgern "sehr interessante" Kandidaten, die die Gesellschafter jetzt "sorgfältig" sichten würden. Im September, spätestens aber im Oktober werde über die Personalie entschieden. Es komme darauf an, dass die Person in den Festspielbetrieb "reinpasse" und kompetent sei: "Ich denke, die Festspiele haben eine stabile Ausgangssituation, und wenn Katharina Wagner wieder kommt, dann ist die Kontinuität gewahrt, und darum geht es uns."
 

Derzeit geht der Verwaltungsrat der Festspiele noch davon aus, dass die Saison 2021 stattfindet, wenn auch der Kartenverkauf womöglich erst später als üblich beginnen könne. Über den Spielplan des nächsten Jahres wird bis Ende Juli entschieden.