18.7.2020 | Eine frische Jane-Austin-Neuverfilmung, Willem Dafoe als Alterego von Abel Ferrara, und ein putziger Animationsfilm mit "Latte Igel" – dies sind die wichtigsten Heimkino-Neustarts der Woche.
 
"Latte Igel und der magische Wasserstein " – Ein Animationsfilm für die ganze Familie
Der Wasservorrat der Waldtiere ist verloren gegangen. So hilft nur eins: Igelmädchen Latte begibt sich samt Eichhörnchen auf die Suche nach dem magischen Wasserstein, der endlich das versiegte kühle Nass zurückbringen soll. So zauberhaft wie die Kinderbuch-Vorlage von Sebastian Lybeck ist auch dieser Animationsfilm.
 
"Das Vorspiel" – Nina Hoss als ehrgezeige Lehrerin
Anna ist innerlich zerrissen und extrem ehrgeizig. Die Geigenlehrerin und Ehefrau träumt eigentlich von der eigenen Konzertkarriere ... "Das Vorspiel" erzählt fragmentarisch von einer Frau in der Krise. So recht mag man dieser Geigenlehrerin nicht folgen, weil sie vor allem nervt. Außerdem bleibt das Drehbuch trotz vieler Manierismen vorhersehbar.
 
"Gott existiert, und ihr Name ist Petrunya" – eindringliches Porträt für Gleichberechtigung
In einem kleinen nordmazedonischen Ort gehört es zur orthodoxen Tradition, ein Kreuz in die Fluten zu werfen. Dem Mann, der das Kreuz rettet, wird ein Jahr lang das Glück hold sein. Doch nun erdreistet sich eine Frau teilzunehmen. Und dann findet sie auch noch das Kreuz! Ein Skandal. "Gott existiert, und ihr Name ist Petrunya" ist nicht nur sehr unterhaltend, sondern auch ein starkes Plädoyer für Gleichberechtigung.
 
"Emma." – Frischer Wind im Reigen der Jane-Austen-Verfilmungen
Dating-Strategien Anfang des 19. Jahrhunderts: Titelheldin Emma weiß genau, wie sie ihre Bekannten untereinander verkuppeln kann – allerdings stößt sie bei ihrer Freundin Harriet an ihre Grenzen. Und auch im eigenen Liebesleben läuft nicht alles glatt. Charmant, frisch und sehenswert.
 
"Tommaso und der Tanz der Geister" – Willem Dafoe im Kampf mit seinen inneren Dämonen

Willem Dafoe spielt einen Künstler, der den Kampf gegen die inneren Dämonen immer wieder verliert. Der Versuch, ein glückliches Familienleben mit seiner jungen Frau und seiner Tochter hinzubekommen, gelingt nur in Momenten. Abel Ferrara reflektiert in "Tommaso und die Geister" sein eigenes Leben. Man muss es schon mögen, dem Meister des Abgrunds beim Alltag in Rom zuzusehen.