25.7.2020 | 2020 ist die Musikwelt eine andere als noch 2000 oder 2010. Große Werbekampagnen, Musikvideos im Fernsehen oder so braucht es nicht mehr, um Werbung zu machen. Das weiß auch Popstar Taylor Swift. Die Sängerin kündigte am Donnerstag ein neues Album an. Schwupps ist es da und hört auf den Namen "Folklore". Und das klingt wie ein Schritt zurück – oder nach vorne, wie man es nimmt. So klingt ein Indie-Album von der Pop-Stimme.
 
Wir erinnern uns: Vor "Shake It Off" und "Bad Blood" hat Taylor mal Teenie-Country gemacht. "Love Story", "You Belong With Me" und so weiter. Auf "Folklore" ist der flotte Pop der letzten Alben passé. Etwas ruhiger und mehr laid back gibt sich Taylor auf den 16 Nummern. Man hat irgendwie sogar das Gefühl, dass sie wieder ein bisschen zu ihren Nashville-Wurzeln zurückkehrt. Diesen back-to-the-roots-Sound pimpt sie mit Versatzstücken von Bright Eyes oder Bon Iver (der auch bei "Exile" mitsingt) auf. Den melancholischen Grundtenor der Stücke reichert sie mit einer modernen Produktion, dezenter Elektronik und großen Hooklines an.
 

Somit ist nicht nur der Release eine Überraschung, sondern auch der deutlich intimere Sound, den Taylor Swift hier auffährt. Und irgendwie wirkt es so, als hätte sie auch wieder mehr Spaß an der Musik - mehr als auf dem Nummer-sicher-Werk "Lover", bei dem sie einfach nur den Trademark-Sound auf kleiner Flamme aufgewärmt hat.