23.7.2020 | Im Dieselskandal ermittelt die Staatsanwaltschaft bei den Fahrzeugkonzernen Fiat Chrysler und CNH Industrial. Wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit möglicher Manipulation von Abgaswerten bei verschiedenen Motoren seien mehrere Standorte durchsucht worden. 
 
Ermittler aus Deutschland, Italien und der Schweiz haben am Mittwoch mehrere Standorte der Auto- und Lastwagenbauer Fiat und Iveco sowie von deren Tochterfirmen durchsucht. Es gehe um den Verdacht, dass Dieselmotoren in verschiedenen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung versehen seien, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main mit.
 
Im Visier der Ermittler sind den Angaben zufolge zehn Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, sowie in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Ein Fiat-Chrysler-Sprecher bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man kooperiere mit den Behörden.
 

Indes könnte sich die von den Autobauern PSA und Fiat Chrysler (FCA) angepeilte Megafusion verzögern. Die EU-Kommission setzte ihre Deadline für die vertiefte Prüfung des Deals vorläufig aus, wie aus der Webseite der Brüsseler Aufsichtsbehörde am Mittwoch hervorging. Zuletzt hatte die Kommission sich Zeit bis zum 13. November genommen, um das Vorhaben genauer daraufhin zu untersuchen, ob es dem Wettbewerb in der EU schadet. Die Behörde hat nach der Entscheidung zur tiefgreifenden Prüfung 90 Tage Zeit für eine Entscheidung, die Frist war aber zwischenzeitlich auch schon einmal um 15 Arbeitstage verlängert worden. Einen konkreten Grund für die Aussetzung der Deadline nannten die Aufseher nicht.