23.7.2020 | Noch ist kein Corona-Impfstoff zugelassen, doch weltweit wird unter Hochdruck an der Entwicklung eines genehmigten Stoffes gearbeitet. Die USA haben nun für fast zwei Milliarden Euro einen bestellt. 
 
Die USA haben beim deutschen Biotechunternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer Corona-Impfstoff im Wert von 1,95 Milliarden Dollar (1,68 Milliarden Euro) bestellt. Für dieses Geld sollen die zwei Unternehmen 100 Millionen Dosen des derzeit gemeinsam von ihnen entwickelten Impfstoffkandidaten liefern, wie Biontech am Mittwoch in Mainz mitteilte. Zudem sicherten sich die USA demnach das Zugriffsrecht auf weitere 500 Millionen Dosen des Medikaments.
 
Der Vertrag greift laut Unternehmen bei einer "Genehmigung oder Zulassung" des Impfstoffkandidaten BNT162 durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. Derzeit laufen noch klinische Testreihen, erste Ergebnisse bezeichneten Biontech und Pfizer vor etwa drei Wochen als vielversprechend. Auch die britische Regierung sicherte sich vor kurzem bereits das Zugriffsrecht auf mögliche Impfdosen.
 
Weltweit wird unter Hochdruck an der Entwicklung von Impfstoffen gegen da Coronavirus, dabei werden viele verschiedene Ansätze verfolgt. Das Tempo ist dabei deutlich höher als bei anderen Impfstoffprojekten in der Vergangenheit. In Deutschland erlaubte das Paul-Ehrlich-Institut neben Biontech auch dem in Tübingen ansässigen Biotechunternehmen CureVac klinische Tests.
 

Von der Genehmigung ist der fragliche Impfstoffkandidat dabei aber noch ein gutes Stück entfernt. Wie Biontech und Pfizer am Mittwoch mitteilten, sollen noch im Juli die größer angelegten Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien der sogenannten zweiten und dritten Phase beginnen. Im Oktober soll dann nach jetzigem Stand eine Zulassung in den USA beantragt werden. Beide Unternehmen wollen demnach bis Ende des Jahres bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen produzieren.