Schülern müsse im Zuge der Digitalisierung ein kritischer Umgang mit den Medien vermittelt werden, sagt Hessens Kultusminister Alexander Lorz.14.09.2020  -  Da gibt der Bund mit großem Aufwand einschließlich Grundgesetzänderung fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen, aber das Geld bleibt einfach liegen. Und das ausgerechnet in der Corona-Zeit, wo nichts wichtiger erscheint, als die Schulen digital fit zu machen, um im Fall des Falles auch ohne normalen Schulbetrieb Unterricht erteilen zu können. Wieso geht es da nicht voran?
 
Die Antwort ist einfach: Der Eindruck täuscht. Es geht voran, es geht nur nicht so schnell, wie manche vielleicht meinen, die glauben, viel Geld lege automatisch den höheren Gang ein. Viele Projekte in den Schulen sind ausgerechnet durch Corona aufgehalten worden, denn für Corona kam die Digitaloffensive zu spät. Erst einmal musste der Regelbetrieb nach den Ferien organisiert werden. Nach und nach werden aber auch die vielen Digitalprojekte vorangetrieben. Oft gehen die Länder in Vorleistung, um sich nicht zu verzetteln, da dauert es, bis sie sich das Geld wiederum vom Bund holen. Deshalb muss es kein schlechtes Zeichen sein, wenn etwa Sachsen, Bayern oder Sachsen-Anhalt bisher noch kein Geld abgerufen haben. Im Gegensatz zu Hamburg und Bremen, die als Stadtstaaten mit ihren verwaltungstechnisch kürzeren Wegen schon viel Geld bekamen.
 
Jetzt sind die Länder, die Schulträger und Schulen gefragt. Die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ hat gerade gezeigt, dass Deutschland mit seinen Schulen ganz gut durch die Corona-Krise gekommen ist. Selbst wenn die Schulen mit der Digitalisierung schon weiter gewesen wären, hätte es am Beginn der Pandemie allerhand Schwierigkeiten gegeben. Die Krise war viel zu groß. Die digitale Reform aber braucht den normalen Schulbetrieb, viel Zeit und eine gewisse Gelassenheit.