Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache stellen bei Fahrgästen Verstöße gegen die Maskenpflicht fest. Nur ein ärztliches Attest könnte davon befreien.15.09.2020  -  Immer öfter fallen der Ärztekammer Hamburg ähnlich formulierte Atteste auf, mit denen Patienten von der Maskenpflicht befreit werden. Der Verdacht: Es gab womöglich gar keine Untersuchung. Dagegen soll jetzt vorgegangen werden.
 
Die Hamburger Ärztekammer will falschen Attesten zur Befreiung von der Maskenpflicht nachgehen. Ihr sei „eine Reihe von Attesten zugesandt worden, die stereotype Begründungen für die Befreiung aufweisen“, sagte der Präsident der Hamburger Ärztekammer, Pedram Emami,. Der Verdacht liege nahe, dass es in Anbetracht der ähnlichen Befunde gar keine Untersuchung gegeben habe. Diese Atteste würden berufsrechtlich aufgearbeitet und gegebenenfalls sanktioniert, so die Kammer. Die Art der Sanktion hänge dabei stark vom Einzelfall ab.
 
Von der Maskenpflicht befreien lassen kann sich, wem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wegen gesundheitlicher oder psychischer Einschränkungen nicht zuzumuten oder nicht möglich ist. Nach Informationen der Ärztekammer kann es sich dabei beispielsweise um Asthma oder andere schwere Lungen- und Herzerkrankungen handeln.
 
Auf die Mehrheit der Menschen würden diese medizinischen Gründe aber nicht zutreffen, betonte Emami und mahnte: „Je mehr Menschen das Tragen verweigern, desto eher steigt das Risiko, auf engem Raum das Virus weiterzugeben – wie bei der Fahrt in Bus und Bahn.“
 
Attest nur im Original
 
Bei der Hamburger Hochbahn hieß es auf Anfrage, das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung an Haltestellen, Bussen und Bahnen werde genau kontrolliert. „Wer von der Maskenpflicht befreit ist, muss dies dem Prüfdienst glaubhaft machen können“, sagte Hochbahn-Sprecherin Constanze Dinse. Die Atteste müssten im Original vorgelegt werden. Kopien, eigene Ausdrucke oder Fotos auf dem Smartphone seien nicht akzeptabel.
 
In der Hansestadt droht Maskenverweigerern im öffentlichen Raum ein Bußgeld von 80 Euro. Dies gilt laut Senat sowohl für Menschen, die keine Maske tragen als auch für jene, die den Mund-Nase-Schutz nicht ordnungsgemäß angelegt haben.